Dienstag, 6. Oktober 2015

Von Brügge nach Gent - willkommen in Flandern

Kennt ihr das Phänomen, das Jahr ist fast vorbei und trotzdem hat man noch ohne Ende Resturlaub? In meinem Urlaubsjahr 2015 sah und sieht es ganz ähnlich aus. Den ein oder anderen Brückentag geschickt genutzt, hatten ich gar nicht das große Bedürfnis, für eine längere Zeit in den Urlaub zu gehen. Schließlich steht ab Ende Oktober auch noch eine dreiwöchige Superreise auf unserem Plan. Dann geht es endlich nach Thailand! Und nachdem ich die drei Wochen Urlaub und die Weihnachtsferien in meinen Urlaubskalender eingetragen hatte, bin ich mit den restlichen arbeitsfreien Tagen äußerst sparsam umgegangen. Was also tun, mit dem aufgesparten Urlaub? Bevor ich eine Woche zuhause herumgammel und nicht weiß, was ich mit mir anstellen soll, wollte ich doch lieber einen kleinen und günstigen Kurzurlaub unternehmen. Natürlich kann man, wenn solch eine gigantische Reise noch bevorsteht keine riesen Sprünge machen und das große Geld ausgeben. Aufgrund dessen habe ich mich gemeinsam mit einer Freundin auf den Weg ins schöne belgische Flandern begeben und die Städte Brügge und Gent auf die Fahne geschrieben. Was soll ich sagen, eine grandiose Idee! :)
Zunächst ging es in das verschlafene, traumhaft schöne und touristisch komplett überlaufene Städtchen Brügge. Außer aus dem berühmten Film mit Herrn Farrell – ihr wisst von welchem ich  spreche – habe ich mich noch nicht weiter mit diesem Städtchen befasst. Die 10 Seiten im Reiseführer konnten mich diesbezüglich auch nicht sonderlich schlauer machen. Also nichts wie hin und auf Erkundungstour gehen. Ist Brügge wirklich so klein wie wir zunächst angenommen hatten? JA! Ist es so malerisch schön, wie es immer wieder behauptet wird? OHHH JA. Das sogenannte Venedig des Nordens hat sich seit dem späten Mittelalter kaum verändert und macht seitdem einen ausgiebigen Schönheitsschlaf. Das sieht man zu Genüge. Und obwohl jeden Morgen tausende Touristen die Stadt belagern, verliert es doch nicht seinen Charm. Zierliche Stufengiebeln, Türmchen und Winkelgässchen prägen das Stadtbild. Brügge zählt rund 120.000 Einwohner, 138,4 km² Grundfläche und kein einziges Hochhaus. Kleiner Fun Fact: Kein Gebäude darf größer als der 83 m hohe Belfried sein. 
Der mittelalterliche Innenstadtkern wurde komplett als UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und dann vor einigen Jahren als Kulturhauptstadt Europas geadelt. Das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert besteht aus einer langgestreckten gotischen Fassade und liegt direkt am „Grote Markt“. Damals war Brügge eine der reichsten und am dichtesten bevölkerten Städte des Kontinents. Um eine andere Perspektive von der Stadt zu bekommen, sollte man eine Bootstour (für nur 8 €) unternehmen. Alle paar Minuten hält eines der kleinen offenen Boote an einer der vielen Haltestellen. Hiermit schippert man circa 30 Minuten über die Kanäle, die heißen hier übrigens „Reie“. Vorbei am „Rozenhoedkaai“ -  eine der meistfotografierten Ansichten in Brügge.
Einen Tag später ging es weiter nach Gent – etwa eine Autostunde von Brügge entfernt. Ehrlich gesagt war uns diese Stadt überhaupt kein Begriff. Dennoch haben uns einigen selbsternannten Belgienexperten das Städtchen mehrfach empfohlen und somit unser Interesse für die unbekannte Schönheit geweckt. Also, nix wie hin! Gent ist die drittgrößte Stadt Belgiens und ist Brügges Konkurrenz in Sachen Tourismus. Die beiden Altstadtstraßen, die am Ufer der Leie liegen, sind nahezu ein Freilichtmuseum historischer Baustile. Auch hier findet man einen wunderschönen gotischen Belfried, der ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt (wie auch viele andere Bauwerke in Gent). An dieser Stelle müssen wir aber stoppen. In Gent gibt es so unwahrscheinlich viel zu sehen. Jede Straße bietet neue, unglaublich schöne Sehenswürdigkeiten. Wirklich, ein Wahnsinn, dass man in dieser wunderschönen Stadt kaum Touristen sieht. Die Stadt ist wirklich ein super Geheimtipp.
In den Cafes, Bars und Restaurants erlebt man das richtige Belgien und bekommt typisches belgisches Essen aufgetischt. Unter Restaurant-Tipp ist das chice und stylische Fast-Food-Restaurant „Balls of Glory“ hier kann man jeden Tag zwischen zwei gefüllten Buletten und einer entsprechenden „Unterlagen“ wählen (z.B. Salat oder Kartoffelstampf). Wirklich sehr lecker! Ein weiteres Muss, das sich jeder Gent-Besucher auf die Fahne schreiben sollte, ist die Werregarenstraatje (Graffiti-Straße). In dieser freien „Grafitti-Zone“ das Sprayern erlaubt. Eine traumhaft schöne Kulisse.

Wir hoffen, dass wir euch die Städchen ein bisschen näher bringen konnten und euch Inspirationen für euren nächsten Kurzurlaub liefern konnten. Bis dann,

1 Kommentar:

Liebsten Dank für deinen Kommentar.
Es freuen uns soooo sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, um uns etwas zu schreiben.
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